Das Universum des Eros
Shakespeares Sonette explorieren das Universum des Eros. Sie handeln von Verliebtheit
und Herzensfreundschaft, von Enttäuschung und sexueller Hörigkeit. Sie
setzen sich auseinander mit der Frage, wie Liebe möglich ist in einer
dem Zerstörungswerk der Zeit unterworfenen Welt und einer Gesellschaft,
in der Rangunterschiede, Gewinnstreben und Machtgier das Fühlen, Denken
und Handeln der Menschen bestimmen.
Shakespeares
Reflexionen über das Verhältnis von Kunst und Leben bekräftigen immer
wieder sein Credo, dass Liebe das schlechthin Authentische,
Unaustauschbare, ja Göttliche ist. Zu seinem ethisch-poetischen
Programm der Wahrhaftigkeit gehört aber auch, dass er - in Abkehr von
der petrarkistischen Tradition - bereit ist, charakterliche und
körperliche Mängel des geliebten Menschen offen anzusprechen.
Auch
fast 400 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung 1609 wirken Shakespeares
Sonette unverbraucht und aktuell. Die Absage an überkommene Klischees,
die kühnen Metaphern aus Jurisprudenz, Finanzwirtschaft und
Naturwissenschaft, raffinierte Wortspiele, Ironien und Paradoxien
machen ihre unverwüstliche Gegenwartsnähe aus.
Die neue Übersetzung
Die
Übersetzung von Michael Mertes will heutigen Leserinnen und Lesern
etwas von der kühnen Neuartigkeit vermitteln, mit der die Sonette auf
Shakespeares Zeitgenossen gewirkt haben müssen.
Der Kommentar
Ein
kurzer analytischer Kommentar zu jedem einzelnen Sonett, der weit über
die in anderen Ausgaben enthaltenen Worterklärungen hinausgeht, bietet
Verständnishilfen für die Lektüre des englischen Originals.